European Culture Center in Aachen, Germany
Unity and Diversity
Knebel & von Wedemeyer Architekten BDA, (2005)
with Alexander Bredack, Gunnar Klack, Irina Koerdt, Gabriele Moritz
Pichler Ingenieure, Licht Kunst Licht
awarded honorable mention (Ankauf)
published in
- Wettbewerbe Aktuell 04, (2006)

Ein Gebäude, in dem die Kultur Europas gelebt wird, sollte ein Ganzes aus vielen unterschiedlichen Teilen bilden. Das Europäische Kulturzentrum in Aachen sollte auf den Ort bezogen sein und über den Ort hinausweisen.

Wir schlagen vor, den bestehenden städtischen Block mit den Gebäuden der Stadt- und Museumsverwaltung zu arrondieren und - durch eine Fuge getrennt - das Gebäude des Europäischen Kulturzentrums freizustellen. Das Europäische Kulturzentrum ist kontextuell und autonom. Wir schlagen vor, das Gebäude nicht aus nur einem System, sondern aus der Überlagerung mehrerer Strukturen in einem Volumen zu bilden. Das Europäische Kulturzentrum ist vielfältig und einheitlich.

Die Ausstellungsbereiche und das Foyer bilden fünf Ebenen. Diese sind abwechselnd als weite, offene Halle bzw. als Geschoss hohes Raumtragwerk konstruiert. Die Vielfalt der Tragstrukturen geht einher mit einer Vielfalt der Raumstrukturen. Das Dachtragwerk ist eine komplexe Struktur. Die Faltung der Dachfläche bildet ein weit spannendes Tragwerk und ist als Fortsetzung der Giebel, Grate und Firste der kleinteiligen Struktur der Altstadt von Aachen zu lesen.

Das zweite Ausstellungsgeschoss ist eine flexible Halle. Hier können temporäre Ausstellungen gezeigt werden. Auf den umlaufenden Wänden ist das Dachtragwerk gelagert, das in der neutralen Halle spezifische Raumsituationen schafft. Das erste Ausstellungsgeschoss ist eine linear gegliederte Raumstruktur. Hier wird die permanente Ausstellung aufgebaut, deren kuratorisches Konzept noch zu entwickeln ist und in den langen, parallelen Wänden optimale Vorbedingungen findet. Entlang der Fassaden filtern gestaffelte Wände das Tageslicht und bilden begehbare Nischen, aus denen aus man in die Stadt blicken und von dort aus gesehen werden kann.

Das Foyer ist ein öffentlicher Raum. Es wird als Ergänzung bzw. Fortsetzung des Markt- und Münsterplatzes und des Katschhofs angelegt. Die großzügige, platzartige Fläche ist durch konzentrische Treppenstufen gegliedert, die über den Galerien ansteigen und zum Forum hin wie ein Amphitheater abgesenkt sind. Cafe und Laden, sowie die Infotheke sind als Möbel in diese 'Landschaft' gestellt. Die Stützen sind in einer freien Geometrie angeordnet. Im Forum werden Diskussionen veranstaltet und die Ratssitzungen der Stadt abgehalten.

Das Europäische Kulturzentrum in Aachen lebt von der selbstverständlichen Einbettung in den historischen Kontext der Stadt und von der Vielfalt und Offenheit seiner konstruktiven, funktionalen und räumlichen Strukturen.


